Vereinschronik der OG Mühlacker

 
Aus dem örtlichen Hundesportverein heraus entwickelte sich der Wunsch einiger Mitglieder, sich mit der Zucht und Ausbildung von Deutschen Schäferhunden zu befassen.
Ende 1951 wurde die Gründung einer SV- Ortsgruppe beschlossen. Im Januar 1952 fand die Gründungsversammlung im späteren Vereinslokal „Bürgerhof“ statt. Am 12.02.1952 wurde die OG Mühlacker vom Hauptverein anerkannt.
Gründungsmitglieder waren:
Karl Albrecht - Alfred Bernecker -  Friedrich Bernecker - Gottlob Dobler -
Willi Dobler - Gottlob Fix - Horst Gemmrig  - Reinhold Kayser
Hermann Mahler - Eugen Wettenmann
Die Aktivitäten gingen im Wesentlichen vom Initiator und späteren Ehrenvorsitzenden Friedrich Bernecker aus.
Zunächst wurde auf dem Gelände des Hundesportvereins auf dem alten Festplatz an der Lomersheimer Straße der Übungsbetrieb aufgenommen. Als Gerätelager und Regenschutz diente die dortige Dreschhalle. Doch bereits mit dem Ende des Jahres 1952 war der Umzug auf einen neuen Übungsplatz angezeigt. Durch die Nähe zum Friedhof kam es bald zu massiven Beschwerden wegen Lärmbelästigung.
Dem Vorschlag der OG, auf die Lomersheimer Heide auszuweichen, stimmte die Stadtverwaltung zu. 1952 erfolgte der Umzug. Auf dem neuen Vereinsgelände wurde der alte Kiosk, der auf dem früheren Finanzamtsplatz neben dem Gasthaus „Ochsen“ stand, aufgebaut. Bereits nach kurzer Zeit waren die Aktivitäten der OG dem Jagdpächter ein Dorn im Auge. Also hieß es 1954 abermals umziehen.
Der Vorsitzende Friedrich Bernecker stellte der OG sein Wiesengrundstück am Wullesee zur Verfügung. Mit dem Kiosk, der den Umzug und den Transport durch den Jagdpächter überstand, hatten die Schäferhundefreunde ihr erstes Vereinsheim am Wullesee aufgeschlagen.
Wachsende Mitgliederzahlen und zunehmendes Interesse am Vereinsgeschehen, veranlasste die Vereinsleitung noch 1954, den Grundstein für ein bewirtschaftetes Vereinsheim zu legen. Das erforderliche Baumaterial für das neue Vereinsheim und den westlich davon errichteten Keller wurde mit viel Organisationsgeschick überwiegend aus dem Abbruch eines Bundesbahngebäudes beschafft. Die Transporte erfolgten mit einem einzigen PKW und Anhänger, den die OG-Mitglieder zur Verfügung hatten.
Mit nach heutigen Vorstellungen unendlichen Mühen wurde das Vereinsheim in der damals noch schweren Wiederaufbauzeit, in der so mancher noch unter den Kriegsfolgen zu leiden hatte, im Jahre 1955 fertig gestellt. Die Einweihung erfolgte 1956.
Die Wasserversorgung wurde zunächst aus einem 17 m tiefen Brunnen sichergestellt. Das ersehnte Nass fand man nach Einsatz eines Wünschelrutengängers unmittelbar beim Vereinsheim. Nur wenige Jahre musste man mit einer provisorischen Stromversorgung, hergeleitet aus der weiteren Nachbarschaft, auskommen. 1956/57 war dann der bedarfsgerechte Anschluss an das Stromnetz hergestellt, so dass das Licht nicht mehr ausging. Um einen geordneten Übungsbetrieb zu gewährleisten, wurde 1961 der Bau von 16 Boxen an der Südseite des Vereinsheims in Angriff genommen.
Die Erteilung der Bewirtschaftungskonzession war abhängig von der Wasserversorgung aus dem öffentlichen Netz. Wasser marsch hieß es dann 1963/64. Gleichzeit wurde in dieser Zeit auch der Bau eines Abwasserkanals vorgenommen und dieser an einer eigenen Kläranlage angeschlossen.
Eine mit hintergründigem Humor ausgestattete Idee, die aus einer geselligen Runde heraus entstand, wurde als Wandbild mit dem Titel „Regenschirmparade“ im Vereinsheim verewigt. Hier sind wie in der Fabel die Rollen vertauscht, wobei die Schwächen des Menschen in nicht verletzender heiterer Weise dargestellt werden und die Hunde sich so präsentieren, wie sie evtl. ihren Herren sehen.
Weiteres Wachstum des Vereins war 1964/65 auslösend für den Anbau an das Vereinsheim. Dieser Bauabschnitt umfasste die Erstellung einer Küche und einer WC-Anlage.
Mitte der 70 -iger Jahre wurde ein Lichtmast am Rande des Übungsplatzes aufgestellt, so dass der Übungsbetrieb auch in den dunklen Wintermonaten aufrechterhalten werden konnte.
Als Gerätelager diente der OG nach dem inzwischen baufällig gewordenen Kiosk ein Bauwagen und ab 1978 eine Holzbaracke mit Standplatz westlich des Vereinsheims, wobei deren Aufstellung nur befristet genehmigt war. Verstärkte Teilnahme am Übungsbetreib überlastete die Kapazität der alten Boxen. Der „Boxenkrieg“ machte deutlich, dass Erweiterungen angegangen werden müssen. 1981 wurden die alten Boxen durch 48 neue Boxen ersetzt.
Das Übungsgelände, an welches dreiseitig Wege angrenzen, wurde um allen Eventualitäten vorzubeugen, 1981 eingefriedet und in Ergänzung zu der an der Südseite bereits vorhanden Buchenhecke rundherum dicht bepflanzt.
Durch den Ankauf von Nachbargrundstücken wurde in den vergangenen Jahren das Vereinsgelände vergrößert. Trotz zwischenzeitlichem Anbau war das Vereinsheim rund 30 Jahr nach der Grundsteinlegung zu klein geworden und von den Küchen- und Sanitäranlagen her veraltet, so dass die Zeit für einen Erweiterungsbau heranrückte. 1985, unter Federführung von Hans Glöckler begonnen, waren die Küche und der Gastraum 1987 bezugsfertig. Seit dieser Zeit erfolgt die Bewirtung durch die Familie Buryk. Heute verfügt die OG über ein Vereinsheim mit einer gemütlichen Einrichtung und zweckmäßigen Nebenräumen. Der Gastraum bietet Platz für ca. 50 Personen.
Die erste SchH-Prüfung wurde bereits 1953 auf dem Übungsgelände Lomersheimer Heide durchgeführt. In der Regel werden alljährlich im Frühjahr und Herbst Prüfungen abgehalten. 1963 war die OG erstmals Gastgeberin bei überregionalen Veranstaltungen, bei der Bezirksausscheidung Unterland und der ersten Sonderschau in Mühlacker. Immer wieder wurde der Kontakt nach außen gesucht und 1968 der 4-Städte-Vergleichskampf ins Leben gerufen. Teilnehmer waren: Großsachsenheim, Schönaich, Bietigheim und Mühlacker. Um den Senderpokal wurde ab 1971 gekämpft. Kontinuierlich nahmen OG-Mitglieder mit ihren Deutschen Schäferhunden an Leistungsveranstaltungen umliegender Ortsgruppen teil und bewiesen immer wieder auf Neue das sehr gute Ausbildungsniveau der OG Mühlacker.
1982 fand die Gründung des Städtevergleichskampfes zwischen den Ortsgruppen Steinsberg, Zabergäu, Sachsenheim, Oberes Sulmtal und Mühlacker statt. Diese Veranstaltung hatte lange Zeit Bestand und nahezu jedes Mal konnte sich die OG Mühlacker als Erster platzieren.
Neu begonnen wurde 1983 erstmals der Senderstadt-Pokalwettkampf, der mehrfach ausgetragen wurde.
Mit sehr gutem Erfolg haben etliche OG-Mitglieder an LG-Ausscheidungsprüfungen in SchH und FH teilgenommen. So schaffte z.B. Beate Heugel mit ihrer Nike vom Guzzistall bei der LGA 2006 den 1. Platz. Diese erfolgreiche Arbeit am und mit dem Hund hält bis heute an. Nahezu jährlich qualifizieren sich Ortsgruppenmitglieder für die Teilnahme an den Landesausscheidungen.
Lange Jahre zeichnete sich die OG Mühlacker durch die Zuchtaktivitäten aus. 
Die erfolgreichen Zuchtstätten der OG Mühlacker lauteten auf folgende Zwingernamen:
„von der Senderstadt“ Züchter Klaus Heinzelmann
„von der Eberesche“ Züchter Frank Widmann
„vom Königssträßle“ Züchter Günter Sammet
„vom Guzzi-Stall“ Züchter Friedhelm Follner u. Thomas Werner
„von Netaja“ Züchterin Tanja Neckel
„von der Räubertochter“ Züchter Jürgen Ramin
„von den Enzkreis-Hexen“ Züchterin Regina Szemerits
„vom Lärchenstein"  Züchter Martin Haug
Es handelte sich durchweg um Züchter aus kleinem Bestand und soliden Verhältnissen heraus, auch hinsichtlich der Zuchttiere, die den Welpennachwuchs sicherten. Hohe Qualität von Deutschen Schäferhunden aus Mühlacker Zuchtstätten haben die Zucht bereichert und zum Ansehen der OG wesentlich beigetragen. Erfolge bei Zuchtveranstaltungen bis hin zu LG-Zuchtschauen und Bundessiegerzuchtschau wiederholten sich nahezu alljährlich. Ihr Interesse an der Durchführung von Zuchtveranstaltungen hat die OG mit OG-Zuchtschauen in den Jahren 1964, 1970, 1984, 1986 und 1989 dokumentiert. Die Durchführung der Landesgruppenzuchtschau hat die OG 1967 übernommen. Zwischenzeitlich sind nicht mehr alle dieser Zuchtstätten aktiv, aber der Liebe zum Deutschen Schäferhund sind die meisten der Züchter treu geblieben.
Seit dem Bau des ersten Schäferhunde-Vereinsheims sind ca. 60 Jahre vergangen. Etwa zeitgleich siedelte sich der Musikverein Mühlacker am Wullesee an. In den 90-iger Jahren fanden auch der Obst- und Gartenbauverein, der Motorsportclub Mühlacker und der Angelsportverein dort ihre Heimat, 2012/2013 komplettiert vom Bouleclub Sauberg und 2014 vom Trommler-u. Pfeiferkorps.
Die Wulleseevereine pflegen ein gutes Verhältnis zueinander und sorgen durch die Pflege ihrer Vereinsheime und der Umgebung unermüdlich dafür, dass die Aufenthaltsqualität rund um den Wullesee erhalten bleibt. Das gute Miteinander, der Zusammenhalt der Wullesee-Vereine zeigt sich auch am Wulleseefest, welches seit 2002 immer Anfang Juni gemeinsam veranstaltet wird. Unter dem Motto „Hallo Nachbar“ präsentieren sich die Vereine mit Spaß und Spiel, mit einem großen Angebot an Speisen und Getränken und mit einem unterhaltsamen „Highlight“ zum Abschluss eines jeden Wulleseefestes, welches von den Besuchern begeistert bejubelt wird.
Der Werdegang des Vereins für Deutsche Schäferhunde, Ortsgruppe Mühlacker, wurde bestimmt durch die große Einsatz- und Opferbereitschaft vieler Mitglieder, ihrer Treue zum Verein und der Liebe zur Rasse des Deutschen Schäferhundes.
Wesentlich für das Gelingen der Vereinsaufgaben war und ist das gute Verhältnis zu den Jägern und zu den Landwirten, zu den anderen Wullesee-Vereinen und vor allem zu den Nachbarn unseres  Übungsplatzes, die bis heute immer großes Verständnis für den Übungsbetrieb zeigen.
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